# 📚 AusdauerLab Handbuch
## 1) Didaktische Idee
Das AusdauerLab ist als digitales Lernlabor für den Sportunterricht angelegt. Es soll Ausdauer nicht nur als körperliche Leistungsfähigkeit behandeln, sondern als steuerbaren, messbaren und reflektierbaren Prozess. Schülerinnen und Schüler sollen verstehen, dass Tempo, Intensität, Puls, Erholung, subjektives Belastungsempfinden und Testleistung zusammenhängen.
Die App ist deshalb nicht nur eine Sammlung einzelner Tools. Sie bildet eine Lernreihe ab: vom sicheren Pulsmessen über subjektive Belastungssteuerung und Pausengestaltung bis hin zu Ausdauertests, Energiesystemen und normorientierter Auswertung. Der Unterricht kann damit praktisch, datenbasiert und reflektierend aufgebaut werden.
**Leitgedanken:**
- Belastung wird nicht nur erlebt, sondern beobachtet, gemessen und ausgewertet.
- Subjektives Empfinden wird nicht abgewertet, sondern mit objektiven Daten abgeglichen.
- Schülerinnen und Schüler lernen, Training selbst zu steuern, statt nur Anweisungen auszuführen.
- Messwerte dienen der Reflexion und Unterrichtsanalyse, nicht automatisch der Benotung.
- Jedes Modul funktioniert einzeln, sinnvoller wird die Reihe aber, wenn mehrere Module aufeinander bezogen werden.
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## 2) Empfohlene Nutzung im Unterricht
**Vor der Stunde**
Wähle ein Modul nach Unterrichtsziel aus. Für eine kurze praktische Einheit reichen einzelne Tools. Für eine längere Unterrichtsreihe empfiehlt sich die Reihenfolge: Basics → Lohnende Pause → DDA-Steuerung → Ausdauertests → Energiesysteme.
**Während der Stunde**
Die App kann auf einem Lehrkraftgerät, auf Tablets oder auf Schülerhandys genutzt werden. Je nach Modul arbeiten Lernende einzeln, paarweise oder als Gruppe. Wichtig ist eine klare Rollenverteilung: Wer misst? Wer trägt ein? Wer kontrolliert die Zeit? Wer reflektiert die Ergebnisse?
**Nach der Stunde**
Wenn Daten für spätere Auswertung gebraucht werden, sollten sie exportiert werden. Viele Module speichern lokal im Browser; das ist praktisch, aber nicht als dauerhafte Datensicherung gedacht.
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## 3) Bedienprinzipien
**Startseite**
Die Startseite bündelt die Module als Kacheln. Eine Kachel führt jeweils zu einem Lernmodul oder zu einer Werkzeugübersicht. Externe Apps sind entsprechend gekennzeichnet.
**Modulkopf**
Viele Module nutzen einen einheitlichen Kopf mit Zurück/Home, Hilfebereich und Farbmodus. Der helle Modus eignet sich oft besser für Projektion im Klassenraum, der dunkle Modus für Einzelnutzung auf mobilen Geräten.
**Floating-Menü**
Das schwebende Menü unten rechts bietet schnellen Zugriff auf Module, Handbuch und Impressum. Es ist vor allem hilfreich, wenn man während des Unterrichts zwischen Modulen wechseln möchte.
**Export und Reset**
Exportfunktionen sichern Daten als CSV oder Bild. Reset löscht meist die aktuelle Erhebung. Vor einem Reset sollte geklärt sein, ob die Daten noch benötigt werden.
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## 4) Module im Detail
### Modul 01: Basics – Pulsphysiologie verstehen
**Ziel**
Modul 1 ist der grundlegende Einstieg in Pulsmessung, Belastungswahrnehmung und Erholung. Schülerinnen und Schüler lernen, warum der Puls bei Belastung steigt, wie man ihn korrekt misst und wie sich der Puls nach Belastung wieder senkt.
**Didaktischer Schwerpunkt**
Das Modul eignet sich besonders für jüngere Lerngruppen oder für den Beginn einer Ausdauerreihe. Es verbindet praktische Körpererfahrung mit einfachen Messdaten. Die DDA-Skala wird eingeführt, damit Belastung nicht nur als „schnell“ oder „langsam“, sondern als wahrgenommene Intensität beschrieben werden kann.
**Typischer Ablauf**
Zuerst ordnen die Lernenden Belastungsstufen ein. Danach wird das Pulsmessen geübt: Messort, Fingerposition, Messdauer und Umrechnung in bpm. Anschließend erfassen sie Ruhe- oder Vorbelastungswerte, führen eine Belastung durch und dokumentieren den Erholungsverlauf.
**Was Schülerinnen und Schüler lernen**
Sie erkennen, dass Puls ein objektiver Messwert ist, der auf Belastung reagiert. Gleichzeitig sehen sie, dass Erholung individuell unterschiedlich verläuft. Das schafft eine Grundlage für spätere Themen wie Trainingssteuerung, Pausengestaltung und Belastungszonen.
**Einsatzidee**
Gut geeignet als erste Doppelstunde: 10 Minuten Einführung, 10 Minuten Pulsmessung üben, kurze Belastung, danach Erholung messen und gemeinsam das Diagramm besprechen.
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### Modul 02: Lohnende Pause
**Ziel**
Modul 2 untersucht Erholung als Steuergröße. Die zentrale Frage lautet: Wie lang muss eine Pause sein, damit eine folgende Belastung wieder sinnvoll durchgeführt werden kann?
**Didaktischer Schwerpunkt**
Schülerinnen und Schüler erfahren, dass Pause nicht einfach „Nichtstun“ ist. Eine lohnende Pause ist bewusst gesteuerte Erholung. Sie ist lang genug, um eine erneute Belastung zu ermöglichen, aber nicht zwingend so lang, dass vollständige Erholung erreicht wird.
**Lohnende Pause 1**
Diese Variante eignet sich stärker für Einzelarbeit oder kleine Gruppen. Sie führt intensiver durch den Ablauf, unterstützt mit Signalen und legt den Schwerpunkt auf das persönliche Erleben von Belastung und Erholung.
**Lohnende Pause 2**
Diese Variante ist stärker auf Klassen- und Lehrkraftbetrieb ausgelegt. Sie kann mehrere Lernende gleichzeitig verwalten und enthält zusätzlich Bezüge zum DDA-Vergleich. Sie eignet sich, wenn die Lehrkraft die Gruppe zentral steuern und Daten mehrerer Personen erfassen möchte.
**Was Schülerinnen und Schüler lernen**
Sie erkennen Akkumulation: Eine Belastung kann sich bei gleicher Aufgabe schwerer anfühlen, wenn die Pause zu kurz ist. Gleichzeitig lernen sie, Pausen nicht nur nach Gefühl, sondern über Puls, Atmung und Leistungsfähigkeit zu beurteilen.
**Einsatzidee**
Ideal für Intervallformen: 3 × 3 Minuten Belastung mit unterschiedlichen Pausenlängen. Danach wird verglichen, wie Puls, Laufgefühl und Leistung zusammenhängen.
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### Modul 03: Subjektives Belastungsempfinden als Steuerungsgröße
**Ziel**
Modul 3 bündelt die Frage, ob subjektive Belastungssteuerung zuverlässig ist. Die präzise Forschungsfrage lautet: Steigen objektiv gemessene Pulswerte systematisch, wenn die subjektive Belastung auf der DDA-Skala von leicht über mittel zu zügig steigt?
**Didaktischer Schwerpunkt**
Das Modul macht den Zusammenhang zwischen Gefühl und Messwert sichtbar. Entscheidend ist nicht, ob alle Schülerinnen und Schüler denselben Puls haben. Entscheidend ist, ob die Belastungsstufen innerhalb der Gruppe erkennbare Pulsbereiche bilden.
**Tool 1: DDA-Gruppenexperiment**
Dieses Tool ist die eigentliche Durchführung. Die Klasse oder eine Gruppe erfasst Vorbelastungspuls und Pulswerte nach verschiedenen Belastungsstufen. Die App führt durch das Experiment und erzeugt eine Auswertung. Sie eignet sich für eine strukturierte Unterrichtsstunde, in der alle gemeinsam dasselbe Experiment durchführen.
**Tool 2: QR-Datensammlung**
Dieses Tool ordnet den Workflow anders: Schülerinnen und Schüler können allein oder in Kleingruppen losgeschickt werden, ihre Werte erfassen und anschließend an die Lehrkraft übergeben. Die Lehrkraft sammelt die Daten und führt sie zusammen. Das ist besonders nützlich, wenn mehrere Geräte genutzt werden oder die Klasse an verschiedenen Stationen arbeitet.
**Tool 3: DDA-Schnellauswertung**
Dieses Tool ist die schnelle Visualisierung. Vorhandene Werte können direkt eingetragen werden. Auch erfundene oder vorbereitete Beispielwerte lassen sich nutzen, um Muster zu demonstrieren. Es eignet sich also sowohl für reale Datenauswertung als auch für Theoriephasen.
**Was Schülerinnen und Schüler lernen**
Sie lernen, dass subjektives Belastungsempfinden ein ernstzunehmender Steuerungsparameter ist, aber geprüft und kalibriert werden muss. Eine gute Übereinstimmung zwischen Gefühl und Puls spricht dafür, dass Training nach Körpergefühl gelingen kann. Abweichungen sind ebenfalls wertvoll, weil sie Überforderung, Unterforderung oder Messprobleme sichtbar machen.
**Einsatzidee**
Eine gute Unterrichtsstruktur ist: Forschungsfrage formulieren, DDA-Skala wiederholen, Werte erfassen, Daten zusammenführen, Gruppenmuster analysieren und abschließend diskutieren, ob das eigene Gefühl als Trainingskompass taugt.
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### Modul 04: Pulscoach – Laufen nach Gefühl
**Ziel**
Der Pulscoach unterstützt das Training nach subjektivem Empfinden. Im Mittelpunkt steht nicht die maximale Leistung, sondern die Fähigkeit, Tempo und Belastung bewusst zu steuern.
**Didaktischer Schwerpunkt**
Viele Lernende laufen entweder zu schnell los oder orientieren sich stark an anderen. Der Pulscoach hilft, ein eigenes Belastungsgefühl zu entwickeln. Das Ziel ist Pacing: ein Tempo wählen, halten und reflektieren.
**Was Schülerinnen und Schüler lernen**
Sie lernen, Belastung während des Laufens wahrzunehmen: Atmung, Gesprächsfähigkeit, Muskelgefühl, mentale Anstrengung und Puls. Das Modul passt gut nach der Einführung der DDA-Skala, weil die Skala hier praktisch angewendet wird.
**Einsatzidee**
Geeignet für eine Einheit zum gleichmäßigen Laufen. Schülerinnen und Schüler wählen eine Zielbelastung, laufen danach und prüfen anschließend, ob Gefühl, Tempo und Puls zusammenpassen.
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### Modul 05: Ausdauer im Abiturkurs testen
## Überblick
Das Modul „Ausdauertests" unterstützt die Durchführung, Erfassung und Auswertung der Ausdauer-Prüfungsformate im Abitur Sport Leistungskurs (NRW). Es kombiniert **fachliche Informationsseiten** mit **digitalen Mess- und Auswertungswerkzeugen** (Stoppuhr, Schülerlisten, automatische Notenberechnung, Export, QR-Übergabe).
**Abgedeckte Tests:**
| Test | Beschreibung |
|------|--------------|
| **Belastungssteuerungslauf 5000m** | Zeitschätzlauf: Schüler*innen legen vorab eine Zielzeit fest. Bewertet werden die Abweichung von der Zielzeit (max. 10 Pkt.) und die Tempokonstanz (max. 5 Pkt.). |
| **Klassischer 5000m Dauerlauf** | Reiner Zeitlauf. Bewertung nach offizieller Normwerttabelle (Qua-Lis NRW), getrennt nach Geschlecht. |
| **800m Lauf** | Externes Modul (Verlinkung). |
## Startseite
- Auswahl **„Testinformationen"** → fachliche Grundlagen je Test
- Auswahl **„Ausdauer testen"** → Testwerkzeuge starten
- Header-Link **Sicherheit & Gesundheit** → direkter Sprung zum Sicherheitsteil
## Belastungssteuerungslauf 5000m
### Durchführung mit der App
1. Name und **Zielzeit (MM:SS)** eingeben.
2. **Integrierte Stoppuhr** starten (Start / Pause / Reset).
3. Rundenzeiten erfassen – zwei Wege:
- **„Runde erfassen"** übernimmt automatisch die nächste offene Runde.
- **Timer-Button (⏱) hinter jeder Runde** überträgt die aktuelle Zwischenzeit gezielt in genau diese Runde.
4. Lauf-Struktur: ½ Runde (200 m) + 12 volle Runden (400 m) = 5000 m.
5. Erfasste Zeiten sind weiterhin **manuell editierbar**; einzelne Runden können „ignoriert" werden.
6. **„Auswerten"** berechnet Endzeit, Zielabweichung (%), Tempokonstanz (Standardabweichung), Punkte und Note.
### Bewertung
- **Zielabweichung:** ≤ 1 % = 10 Pkt., gestaffelt bis 1 Pkt.
- **Tempokonstanz:** Standardabweichung der vollen Runden, ≤ 3 s = 5 Pkt. bis 1 Pkt.
- **Gesamt:** max. 15 Punkte → Note 1+ bis 6.
- Export als **XLS** und **PDF**.
## Klassischer 5000m Dauerlauf
Beim Start wird der **Modus** gewählt:
### a) Kursmodus (Lehrkraft)
- Schülerliste anlegen (Name, Geschlecht), optional Kursbezeichnung.
- Eine zentrale Stoppuhr; Zieleinlauf je Schüler*in **per Tippen** erfassen.
- Automatische Punkt- und Notenberechnung nach Normwerttabelle.
- Ergebnisliste, Export **XLS / PDF**, QR-Code.
### b) Einzelmodus (selbst, für das Handy)
- Schüler*in führt den Test **allein** durch und stoppt selbst.
- **Laufstruktur:** Start am 200-m-Start → erste halbe Runde, dann 12 volle Runden. Der Button wird **bei jeder Überquerung der Ziellinie** gedrückt (insgesamt 13 Klicks = 5000 m).
- **Optische Rundenkontrolle:** 13 Punkte, die beim Überqueren der Ziellinie von Rot auf Grün wechseln; Anzeige „noch X".
- Die **Uhr stoppt automatisch nach 5000 m** (letzter Klick).
- **Umfassende Auswertung:** Gesamtzeit, Notenpunkte, Note, Ø-Rundenzeit (volle 400 m), schnellste/langsamste Runde, Ø-Pace pro km, **grafisches Balkendiagramm** der Rundenzeiten, vollständige Rundentabelle (Distanz, Rundenzeit, kumuliert).
- Hinweis: Die halbe Anfangsrunde (200 m) wird bei den Durchschnitts-/Vergleichswerten sinnvoll ausgenommen.
### QR-Übergabe an die Lehrkraft
- Button **„An Lehrkraft übergeben (QR-Code)"** erzeugt einen QR-Code, der das Ergebnis kompakt kodiert.
- Die Lehrkraft **scannt den Code** → es öffnet sich automatisch eine **Ergebniskarte** mit allen Kennzahlen, Diagramm und Rundentabelle, inkl. Druck-/PDF-Funktion.
- Alternativ steht der Link zum Kopieren bereit.
### Normwerte
Verbindliche Tabelle nach **Qua-Lis NRW** (Vorgaben sportpraktische Prüfung Abitur ab 2021), getrennt für Schülerinnen und Schüler, 15 bis 1 Notenpunkte. Bei Werten zwischen zwei Tabellenstufen gilt der niedrigere Punktwert.
## Sicherheit & Gesundheit
Eigener, prominent verlinkter Abschnitt:
- **Warnsignale** (Brustschmerz, Atemnot, Schwindel, Übelkeit) → sofort anhalten; **Notruf 112**.
- **Stufenweises Verhalten:** Tempo herausnehmen → gehen → Aufsicht informieren → ggf. abbrechen.
- **Gehen ist erlaubt** (keine Disqualifikation), kostet aber Zeit und damit Punkte.
- **Ärztliche Abklärung** vor Belastung (DGSP-Empfehlung, Risikogruppen).
- **Myokarditis-Risiko:** nie mit Infekt/Fieber laufen; konkrete Pausenempfehlungen.
- Medizinischer Disclaimer.
## Datenschutz
Alle Berechnungen erfolgen **clientseitig**; keine Speicherung personenbezogener Daten auf Servern. Exporte erfolgen lokal als Download. Die QR-Übergabe kodiert die Daten direkt in den Link (keine Server-Speicherung).
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### Modul 06: Ausdauer testen
**Ziel**
Modul 6 bündelt ein umfassendes Angebot standardisierter Ausdauertests mit integriertem Lauftimer und Testerfassungssystem. Es unterstützt Durchführung, Schülerverwaltung, Normwert-Einordnung und vereinfachten Datenexport.
**Testformen in Modul 6**
Das Modul enthält vier verschiedene Testformate:
- **6-Minutenlauf**: Ausdauer-Test mit fester Zeitdauer, ideal zur Erfassung von Laufstreckenleistung
- **12-Minuten-Lauf**: Erweiterte Variante für höhere Leistungsniveaus
- **Beep-Test / Shuttle Run**: Intermittierendes Lauftest-Verfahren mit progressiver Steigerung
- **30-Minutenlauf incl. Lauftimer und Testerfassung**: Langdistanz-Test mit integriertem Zeitmess-Tool und direkter Datenerfassung
**Didaktischer Schwerpunkt**
Ausdauertests sollen nicht nur als Leistungsabfrage verstanden werden. Sie liefern Daten, die erklärt werden müssen: Welche Testform misst was? Welche Rolle spielen Alter, Geschlecht, Tagesform, Motivation und äußere Bedingungen? Das Modul unterstützt die Reflexion über Testqualität und Aussagekraft.
**Was Schülerinnen und Schüler lernen**
Sie lernen, Testergebnisse einzuordnen und Grenzen von Tests zu verstehen. Ein 6-Minuten-Lauf misst etwas anderes als ein Beep-Test; ein 30-Minuten-Lauf setzt andere Akzente als ein 12-Minuten-Lauf. Die verschiedenen Testformen beanspruchen unterschiedliche physiologische Systeme. Das Modul unterstützt dadurch eine reflektierte, wissenschaftliche Leistungskultur jenseits bloßer Bewertung.
**Einsatzidee**
Gut geeignet für Diagnostik zu Beginn und Ende einer Unterrichtsreihe, für vergleichende Messreihen oder zur Überprüfung von Trainingseffekten. Ergebnisse können erfasst und verglichen werden. Wichtig: Vorher klären, ob die Daten zur Lernreflexion, zur individuellen Rückmeldung, zur Trainingsplanung oder zur Bewertung genutzt werden. Der integrierte Lauftimer ermöglicht präzise Zeitmessungen auch ohne externe Geräte.
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### Modul 07: Kraftausdauer
**Ziel**
Modul 7 erweitert den Ausdauerbegriff um kraftbetonte Belastungen. Es zeigt, dass Ausdauer nicht nur Laufen bedeutet, sondern auch in wiederholten oder längeren Kraftleistungen sichtbar wird.
**Didaktischer Schwerpunkt**
Der Farmers Walk und ähnliche Aufgaben verbinden Kraft, Haltung, Koordination und Ermüdungswiderstand. Schülerinnen und Schüler erleben, dass Kraftausdauer andere Anforderungen stellt als ein gleichmäßiger Lauf.
**Was Schülerinnen und Schüler lernen**
Sie lernen, Bewegungsausführung unter Ermüdung zu beobachten. Nicht nur die Strecke oder Zeit zählt, sondern auch Haltung, Kontrolle, Sicherheit und gleichmäßige Bewegung. Dadurch wird Ausdauer als vielseitige motorische Fähigkeit erfahrbar.
**Einsatzidee**
Gut für Stationenlernen oder einen Vergleich zwischen Lauf-Ausdauer und Kraftausdauer. Im Anschluss kann diskutiert werden, warum Puls, Muskelermüdung und subjektive Belastung nicht immer gleich verlaufen.
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### Modul 08: Energiesysteme
**Ziel**
Modul 8 erklärt die physiologischen Grundlagen der Energiebereitstellung: ATP-PC-System, anaerobe Glykolyse und aerobe Oxidation. Es richtet sich besonders an ältere Lerngruppen.
**Didaktischer Schwerpunkt**
Das Modul verbindet praktische Belastungserfahrungen mit sportbiologischer Theorie. Schülerinnen und Schüler sollen verstehen, warum verschiedene Belastungen unterschiedliche Energiequellen dominieren und warum Dauer und Intensität entscheidend sind.
**Was Schülerinnen und Schüler lernen**
Sie lernen, kurze maximale Belastungen, intensive mittlere Belastungen und lange Ausdauerbelastungen physiologisch zu unterscheiden. Begriffe wie Schwelle, Laktat, Sauerstoffaufnahme und aerobe/anaerobe Energiebereitstellung werden in einen Trainingskontext eingeordnet.
**Einsatzidee**
Besonders geeignet nach praktischen Modulen. Erst erleben die Lernenden Belastung und Pulsreaktionen, dann erklärt Modul 8 die biologischen Hintergründe.
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### Modul 09: Energiebereitstellung vereinfacht
**Ziel**
Modul 9 ist der altersgerechte Einstieg in Energiebereitstellung für jüngere Lerngruppen. Es reduziert die Komplexität und arbeitet stärker mit Dauer, Intensität und einfachen Erklärmustern.
**Didaktischer Schwerpunkt**
Statt detaillierter Stoffwechselbiochemie geht es um Grundverständnis: Kurze sehr intensive Belastungen fühlen sich anders an als längere moderate Belastungen, weil der Körper Energie unterschiedlich bereitstellt.
**Was Schülerinnen und Schüler lernen**
Sie lernen, Belastungen nach Dauer und Intensität zu unterscheiden. Sie entwickeln erste Begriffe für „schnelle Energie“, „länger durchhalten“ und „Ermüdung“. Das bereitet spätere, genauere sportbiologische Inhalte vor.
**Einsatzidee**
Gut für Klasse 5 bis 7 oder als Wiederholung vor praktischen Belastungsaufgaben. Das Modul kann auch eingesetzt werden, um vor einem Laufexperiment eine einfache Theoriegrundlage zu schaffen.
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## 5) Daten, Datenschutz und Unterrichtsorganisation
Die meisten Daten werden lokal im Browser verarbeitet. Das ist für den Unterricht praktisch, weil keine zentrale Anmeldung nötig ist. Gleichzeitig bedeutet es: Lokale Daten können verloren gehen, wenn ein Gerät gewechselt, der Browser zurückgesetzt oder der Speicher gelöscht wird.
**Empfehlungen**
- Wichtige Ergebnisse nach der Stunde exportieren.
- Vor dem Reset prüfen, ob Daten noch gebraucht werden.
- Bei Schülergeräten keine sensiblen personenbezogenen Daten eintragen, wenn sie nicht benötigt werden.
- Für Gruppenvergleiche reichen oft Nummern oder Pseudonyme.
- Ergebnisse immer im Kontext interpretieren: Tagesform, Messgenauigkeit, Motivation und äußere Bedingungen beeinflussen die Daten.
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## 6) Vorschlag für eine Unterrichtsreihe
**Stunde 1:** Modul 1 – Puls messen, DDA-Skala kennenlernen, Erholung beobachten.
**Stunde 2:** Modul 2 – Lohnende Pause praktisch erforschen.
**Stunde 3:** Modul 3 – Subjektives Belastungsempfinden mit Pulswerten vergleichen.
**Stunde 4:** Modul 4 – Pacing und Laufen nach Gefühl anwenden.
**Stunde 5:** Modul 5 oder 6 – Ausdauertest durchführen und reflektieren.
**Stunde 6:** Modul 8 oder 9 – Energiebereitstellung theoretisch einordnen.
**Erweiterung:** Modul 7 – Kraftausdauer als weiterer Ausdauerzugang.